Nach Tütensuppen, Tiefkühlkost und Essen aus Mikrowelle oder Fritteuse zieht es immer mehr Menschen zurück zu Lebensmitteln, die unserer eigenen Natur entsprechen. Viele erkennen: Eine Möhre braucht keine Geschmacksverstärker oder künstlichen Farbstoffe. Sie ist, was sie ist – einfach, lecker, natürlich.

Um die Nahrung so ursprünglich wie möglich zu belassen, verzichten viele auch auf die üblichen Zubereitungsarten wie Kochen, Braten oder Backen. Rohkost ist in!

Bedeutet Rohkost wirklich „roh“?

Rohkost, oder oft auch mit den englischen Begriffen „raw food“ gesehen, bedeutet, dass die überwiegend pflanzlichen Lebensmittel – also vorzugsweise Obst und Gemüse – in ungegartem Zustand verzehrt werden. Dazu dürfen sie nicht über 40°C erhitzt werden. Zu einer rohköstlichen Ernährung gehören somit auch kaltgepresste Öle, Trockenfrüchte und kaltgeräucherter oder in Öl und Gewürzen marinierter Fisch. Für Nichtvegetarier zählen auch Schinken und Carpaccio zur Rohkost.

Rohkost als gesunde Ernährungsform?

Da Obst und Gemüse kalorienarm sind, kann eine vorwiegend rohköstliche Ernährungsweise zur Gewichtsreduktion beitragen. Der positivste Effekt ist jedoch, dass aufgrund des rohen Verzehrs die Vitalstoffe wie Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe erhalten bleiben, die durch langes Erhitzen üblicherweise zerstört oder entzogen werden. Sie können somit dem Körper fast vollständig und naturbelassen zugeführt werden. Das gilt allerdings nicht für alle Vitalstoffe.

Wann macht Rohkost Sinn und wann nicht?

So leidet zwar beispielsweise der Vitamin-C-Gehalt bei Hitzeeinwirkung, die Vitamine A und E hingegen werden nach dem Erhitzen der entsprechenden Lebensmittel von unserem Körper besser aufgenommen. Außerdem sind nicht alle Gemüsesorten für den Rohkostverzehr geeignet. So müssen Kartoffeln und Hülsenfrüchte wie Bohnen und Linsen vor dem Essen gegart werden.

Rohkost muss nicht langweilig sein

Dennoch muss die rohköstliche Ernährung keineswegs langweilig sein. Das hat sich mittlerweile herumgesprochen. Längst besteht ein Gericht aus rohen Zutaten nicht mehr nur aus geraspelten Möhren und gehobeltem Rot- und Weißkohl. Heutzutage ist Rohkost sehr abwechslungsreich. Schon die naturbelassenen Aromen von Früchten, Beeren, Nüssen, Samen, Sprossen, Pilzen und Wildkräutern sind ein Genuss. Und diese können nach Herzenslust variier werden. Neben leckeren Salaten, die mit wilden Kräutern ergänzt und mit essbaren Blüten dekoriert sind, gibt es Smoothies, Gemüsesuppen und fruchtig cremige Desserts. Sogar rohköstliche Schokolade, Kekse und Cracker sind in Rohkostqualität erhältlich.