Es gibt nichts, was es nicht gibt… könnte man sich beim letzten Teil des Vortrags im Pink Cube auf der Internorga denken. Innerhalb von 30 Minuten gab uns die Trendforscherin Karin Tischer von der Food & more GmbH einen Überblick darüber, was in der Welt in Sachen Lieferservices, Foodbloggern und Food-Konzepten passiert. Die wichtigsten Infos haben wir euch zusammen gefasst.

 

Lieferservices

  • Die digitalen Bestellungen wachsen um 15 % p.a.
  • Domino’s testet in einzelnen Ländern die Auslieferung via Dronen & Roboter
  • Ubereats verspricht tlw. eine Lieferung des bestellten Essens innerhalb von 10 Minunten (!)
  • Ubereats, Domino’s & auch Amazon Prime Now treten den Wettbewerb vor allem über das Thema Schnelligkeit an

 

Die Entwicklungen in Sachen Lieferservice sind spannend zu beobachten und werden sich in naher Zukunft dank technischer Weiterentwicklung weiter verselbstständigen. Denn auf der einen Seite möchte wir alle Service 24/7 an 365 Tagen im Jahr. Auf der anderen Seite stehen die Menschen, die im jeweiligen Unternehmen beschäftigt sind, um genau diesen Service zu ermöglichen. Der Preiskampf erfordert geringere Löhne und unbeständige Arbeitszeiten. Da scheinen Dronen und Lieferroboter nahe zu liegen, auch wenn dies vielleicht weniger Arbeitsplätze schafft.

 

Foodblogger

  • Neben den vielen Hobby-Blogs, gibt es auch einige, die sich professionell mit dem Thema Food auseinander setzen, wie z.B. Jan vom Nomyblog oder Stevan von Nutriculinary.
  • Die Zusammenarbeit mit Bloggern kann für beide Seiten befruchtend wirken, z.B. bei Neueröffnungen.
  • Trend geht hin zum Micro-Blogging, nicht die Reichweite allein ist wichtig, sondern die thematische Nähe und Qualität der Artikel.
  • Authentizität, Glaubwürdigkeit und ein Dialog auf Augenhöhe sollten den Rahmen bei jeder Kooperation setzen.

 

Es war interessant zu hören, wie Außenstehende über das Thema denken 😉 Foodblogger, die nicht zu den Mutti-Prdukttestern gehören, können durchaus viel für ein Unternehmen tun. Allein wenn man die erste Seite der Google-Suchergebnisse in die Bewertung zieht. Gute Blogs ranken entsprechend und besetzen die erste Seite mit positivem Content, der über die eigenen Unternehmensprofile hinaus geht. Dennoch sollte die Zusammenarbeit gezielt und nicht mit der Gieskanne von statten laufen. Die Frage, ob ein Blog und seine Inhalte wirklich zum Produkt/ Unternehmen passen, spielt dabei genaus so eine Rolle, wie die Aufhängung im Marketing. Denn die Zusammenarbeit mit Blogs erfordert Investitionen, da es kein klassisches PR-Thema ist.

 

Food-Konzepte

  • In Japan gibt es einen Kaffeeautomaten, der Personen erkennt und den Kaffee auf Basis der Vorlieben personalisiert zubereiten kann.
  • In China sind Produkte mit Galaxy- und Glossy-Motive der letzte Schrei.
  • Die US-Kette Five Guys liefert Fast Food mit ausschließlich frischen Zutaten. Convenience-Produkte sucht man vergebens.
  • Der neue heiße Scheiß, was Kaffeespezialitäten angeht: Snowy Ploover Coffee und Draft Coffee (Kaffee aus dem Zapfhahn)
  • In Japan gibt es diverse hochspezifische Themenrestaurants, wie z.B. das Alcatraz E.R. Restaurants, bei dem man (wirklich) behandelt wird wie ein dortiger Gefängnisinsasse oder das Moomin House Café in dem niemand alleine essen muss, denn ein Kuscheltier leistet einem Gesellschaft.
  • Die Britische „Fast-Casual“-Kette Pret A Manger startet mit rein vegetarischen Stores, da ein Pilotprojekt mit ausschließliche vegetarischen und veganen Produkte überwältigend gut ankam.
  • Die teuerste Bowl gibt es im taiwanesischen Restaurant Niu Ba Ba Restaurant. Die Zubereitung der erlesenen Zutaten ist so perfektioniert, dass  eine Schüssel um die 300 EUR kostet. Oha!

Als wir das alles so hörten und sahen, fühlten wir uns in Deutschland beinahe rückständig. Berlin und sicherlich auch eien Stadt wie Hamburg gehören zu den kulinarischen Vordenkern, dennoch finden sich hierzulande meist nur Copy Cats wieder. Selten wird ein Trend in Deutschland geschaffen. Die meisten Neuerungen und Konzepte bringen die Leute von ihren Reisen mit, nicht weil sie in der Nacht – oder beim Duschen – eine Eingebung hatten.

Fazit

Den Ausblick, den uns Tischer auf der Intornorga präsentierte, war zwar nur ein kleiner, aber nicht weniger spannend. Auf der ganzen Welt entstehen beinahe täglich neue Ideen im Ernährungs- aber auch im Gastro-Bereich. Am Ende enscheidet immer der Konsument, was die Unternehmen langfristig beibehalten und was eher in der Trail & Error Schublade stecken bleibt.

Fotocredit Titelbild: Sam Murphy / Instagram: sobeautifullyreal