Heutzutage sind junge Unternehmer aus der Gastronomie nicht mehr wegzudenken. Sie gestalten mit ihren spannenden Konzepten die Gastronomielandschaft und sorgen für neuen Input. Ob dabei traditionelles Handwerk in die Moderne überführt wird, bestehende Gerichte neu gedacht oder aber aktuelle Themen und Trends etabliert werden. Für mein Gefühl zeigen die jungen Wilden den alteingesessene Gastronomen oftmals, was alles möglich ist. Sie sprühen vor Leidenschaft und haben Bock etwas zu bewegen. Mein Lieblingsbeispiel ist das Isla Coffee Berlin, das 2018 der Hauptgewinner des Gastro-Gründerpreises war und zeigt, das eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft in der Gastronomie möglich ist und funktioniert. Auch 2019 wurden erneut fünf der besten und innovativsten gastronomischen Gründungskonzepte mit dem Gastro-Gründerpreis ausgezeichnet. Der Hauptgewinner wurde jüngst im Rahmen der Internorga bekannt gegeben.

Das sind die 5 Gewinner des Gründerpreises 2019

Eine Jury aus 17 Experten begutachtet die Einreichungen. Die Fachjury ist dabei bunt gemischt und kommt aus verschiedenen Bereichen wie Hotelerie, Gastronomie, Journalismus oder Consulting. Immerhin sind auch 5 Frauen dabei – der Anteil ist aber sicherlich noch ausbaufähig… Auch nicht ganz unspannend: Hinter dem Gastro-Gründerpreis steht in erster Linie der Leaders Club (Hamburg), der ein weltweiter Zusammenschluss von Gastronomie und Industrie ist. Verschiedene Partner wie etwa Orderbird, Coca-Cola, die Internorga, Gastro Academy oder Nomyblog stehen als Partner zur Seite. Aber genug der Hintergrundinfos, kommen wir zu den fünf Gewinnern.

01 | ÜBER DEN TELLERRAND CAFÉ | München

Der Hauptgewinner 2019 ist das Münchener Café Über den Tellerrand. Das Café ist dabei weit mehr als nur eine Ort mit leckerem Essen& Trinken – denn es ist viel mehr ein Integrationsprojekt. Das Selbstverständnis der beiden Gründerinnen Jasmin Seipp und Julia Harig geht in Richtung Sozialunternehmen und Begegnungsstätte. Ein Ort, an dem sowohl Menschen mit und ohne Fluchterfahrung beisammen sind, miteinander kochen und sich gegenseitig inspirieren. Neben dem warmen (vegetarischen) Mittagstisch, ist der syrische Konditor Radwan mit seinen Backkünsten ein weiteres Highlight im Café Über den Tellerrand.

02 | HOLYCRAB! | Berlin

Das Holycrab! Team bezeichnet sich selbst als „kulinarischer Schädlingsbekämpfer” – warum?! Sie servieren Krebsarten wie den amerikanischen Sumpfkrebs, der sich in Berlin unkontrolliert ausbreitet. Warum also nicht einfach mal Streetfood daraus machen? Auf die innovative Idee muss man natürlich erstmal kommen. Aber wer wagt, gewinnt… und so ist das Holycrab!-Team Lukas Bosch, Juliane Bublitz und Andreas Michelus zurecht unter den Top 5 beim Gastro-Gründerpreis. Wir freuen uns auf das Opening im Frühjahr 2019.

03 | PÂTLAIRS – PÂTISSERIE & STREETFOOD | Biebergemünd

Etwas wirklich ganz Neues heutzutage zu entwickeln, passiert dann doch eher selten. Dafür gibt es jeden Menge „Fusion-Ideen“, so auch die weitere Top-5-Platzierte Pâtlairs. Da trifft Streetfood auf die Kunst der Pâtisserie und lässt kleine, süße Kunstwerke entstehen. Fast schon zu schade, um sie zu essen. Wer in Biebergemünd zu Gast ist oder dort wohnt, kann live miterleben wie die kleinen Kompositionen entstehen. Dabei legt die Konditormeisterin Giovanna Müller viel Wert auf saisonale Zutaten und recycelbare Verpackungen. Zusatzstoffe in jeglicher Form finden im Pâtlairs hingegen keinen Platz.

04 | POKERRIA – SUSHI BURRITOS | Hamburg

Ein weiteres Beispiel für die gelungene Fusion von Bekanntem. In der Pokkeria bringt Gründer Daniel Matera drei beliebte Gerichte zusammen: Burrito, Sushi und Poké Bowls. Die Mischung aus der japanischen, hawaiianischen und mexikanischen Küche gelangt sozusagen als XXL-Maki-Sushi beim Gast. Die leckeren Sushi Burritos können nicht nur im zukünftigen Restaurant Pokerria (Frühjahr 2019) geordert werden, sondern auch als Catering für private und Business-Events.

05 | BAR&BROT | Kleve

Bei Bar & Brot liegt der Fokus nicht auf eine Verknüpfung verschiedener Küchen (-richtungen), sondern auf einer Mischung aus Tradition und Moderne. Die hochwertigen Spirituosen werden in der familieneigenen Brennerei produziert, im Fass gelagert, um anschließend als Drink beim Gast zu landen. Dazu gibt es selbstgebackenes Brot als Begleitung. Die Chefin Eva de Schrevel im Bar & Brot schafft es auf ihre ganz eigene Weise, junge Leute zu begeistern, ohne aber die Wurzeln zu vergessen.