Anfang September fand das Berlin Coffee Festival in Berlin statt. Dazu haben verschiedene Cafés und Röstereien eingeladen, mit ihnen in die Welt der Kaffeebohnen einzutauchen. Es wurde geröstet, verkostet und aufgeklärt. Am letzten Tag konnte man in der Markthalle Neun noch mal bis zum gefühlten Koffein-Schock diverse Kaffees verkosten.

Ein kleiner Rückblick in die jüngste Kaffeegeschichte

Die Entwicklung des Kaffees in den letzten Jahren ist durchaus sehr interessant. War es bis Ende der 90er in Deutschland primär simpler Filterkaffee, der vor allem morgens zum Frühstück getrunken wurde, entstand anschließend ein großer Hype um das allseits beliebte Getränk „Latte Macchiato“. Das typische Bild von Freelancern, Studenten und Muttis, die sich tagsüber in die vielen Cafés setzen konnten, scheint geradezu ein Sinnbild dessen zu sein.

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Coffee Shops sprießten damals aus dem Boden und der Beruf der Barista erlangte eine neue Aufmerksamkeit.

Mittlerweile wurde der Latte Macchiato abgelöst. Anstatt dessen bestellen die Leute Flat White, Americano, den doch wieder beliebten Filterkaffee oder cold brewed Coffee? Kalt gebrühter Kaffee? Jepp, genau das. Mit dem Unterschied, dass der Kaffee 24-48 Stunden zieht und dadurch die Aromen viel deutlicher heraus geschmeckt werden können.

Die Kaffeebecher werden zudem immer kleiner, weil es für viele Kaffeeliebhaber nicht um die Masse geht, sondern um das Geschmackserlebnis. Es ist wie bei guten Whiskey – den trinkt auch niemand oder zumindest wenige im 0,2l Glas.

Die Highlights auf dem Berlin Coffee Festival

Mein absolutes Highlight, war ein selbstgemachter Kaffee-Vodka. Wie geht das? Man nehme eine Kaffeebohne, die Kirscharomen hat, lasse sie 2-3 Tage in Vodka liegen und et voila, fertig ist das Gesöff. Allerdings kommt es hierbei maßgeblich auf die Kaffeebohne an, da Vodka zumeist geschmacksneutral ist, entwickelt die braune Bohne am Ende das Aroma.

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Auch der oben bereits erwähnte cold brewed Coffee war an verschiedenen Stände vertreten. Mich hat das noch nicht so ganz vom Hocker gehauen. Zwar schmeckt es, auch je nach Bohne, sehr aromatisch zum Beispiel nach Kakao, aber irgendwie mir waren die Varianten, die ich vor Ort getestet habe, etwas zu dünn. Vielleicht ist es auch eher ein Getränk für die heißen Tage 😉

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Wer mochte, konnte sich auch Coffee Ale kaufen, also Bier mit Kaffeegeschmack. Die Variante hier im Bild von dem Café „The Barn“ ist jedoch sehr kräftig vom Geschmack her. Wer auf diese herben Noten steht, sollte das Kaffee-Bier aber unbedingt mal testen. Für Weicheier wie mich ist das aber nichts.

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Am Ende geht doch aber nichts über den guten alten Filterkaffee und das ist alles andere als langweilig. Die Bohne, das Röst- und Aufbrühverfahren entscheiden hier maßgeblich über die Qualität und den Geschmack. Die gewohnten Bitterstoffe sind weg und man schmeckt das pure Kaffeearoma. Stellt euch vor, ihr öffnet eine frische Packung Kaffee – der Duft, der aus der Packung strömt, ist das was ihr schmeckt, wenn der Kaffee richtig aufgebrüht wird.

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Fazit 

Kaffee ist nicht einfach nur Kaffee, genauso wenig wie Wein einfach nur Wein ist. Auch ohne eine Barista-Ausbildung lernt man recht fix, was einem schmeckt und was nicht. Setzt man sich mit dem Thema ein bißchen auseinander, sieht man Kaffee mit anderen Augen und gibt sich nicht mit irgendeinem Billo-Kaffee mehr, der einem teilweise serviert wird. Das Berlin Coffee Festival war da schon eine prima Sache!


 

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