Am 10. und 11. November fand das Bar Convent Berlin statt. Eine Messe, die sich voll und ganz alkoholischen Getränken in Form von Spirituosen und Bier widmet. Die Barkultur und die vielen Bartender bilden den Rahmen drumherum. Für diesen Bereich ist das Bar Convent die wichtigsten Messe in Europa.

Das erste Mal auf dem Bar Convent Berlin

Ja, ich mag es eigentlich total gerne Neues auszuprobieren, Neues kennenzulernen, sich mit Neuem auseinanderzusetzen. Und nein, ich meine damit nicht alkoholische Getränke, die sind mir recht gut bekannt 😉 Aber auf der Messe selbst war ich das erste Mal. Nun kann man sich auf sowas akribisch vorbereiten oder sich selbst ins kalte Wasser stürzen. Ich wählte letzteres, weil ich es irgendwie etwas dafür übrig habe, Neue Sachen unvoreingenommen zu erfahren.. nur leider sollte das dieses Mal nicht die klügeste Entscheidung gewesen sein. Eigentlich habe ich auch keine masochistischen Veranlagungen, aber als mir bewusst wurde, welchen Umfang die Messe hat, musste ich das kurzzeitig hinterfragen 😉

Das Bar Convent Berlin findet in der STATION statt. Wer die Location kennt, weiß wie groß das Gelände ist und es wurden beinahe alle Räumlichkeiten genutzt. In Zahlen bedeutet das über 900 Marken präsentieren sich 10.000 Besuchern auf 16.700 m² – oha!

World Class und die Cocktails auf Sterne-Küchen-Niveau

Aber an sich begann der Besuch ganz entspannt, denn wir waren zu Gast bei World Class, dem World Class Germany Gewinner 2016 Noureddine Elmoussaoui („Nouri“) und der österreichischen Finalistin Isabella Lombardo zum Cocktail-Workshop.

Als Nouri so anfängt zu erzählen, ist es wirklich spannend ihm zuzuhören. Eines, der für ihn wichtigsten Themen ist Nachhaltigkeit. In Bars entsteht viel Abfall, der eigentlich keiner ist. Eier zum Beispiel. Viele Cocktails werden gepimpt mit Eiweiß, die wenigsten Cocktails verlangen jedoch Eigelb. Ergo landet das meistens im Müll. Nouri entwickelte daher einen Cocktail mit Eigelb, das in Salz eingelegt und konserviert wird. Dazu gibt es eine aromatisierte Milch, Rum & Co. und am Ende ensteht ein Cocktail, der nicht nur beeindruckend aussieht, sondern fantastisch schmeckt. Wäre es nicht zur Mittagszeit hätte ich den auch austrinken können.

Anschließend konnten wir noch selbst einen Cocktail aus ein paar Zutaten kreieren, aber ich bleibe lieber beim Trinken – liegt mir mehr 😉

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Nouri Elmoussaoui
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Isabella Lombardo

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Gin Tasting auf dem Bar Convent

Die erste Zeit war ich komplett planlos. Das Bar Convent ist riesig und überforderte mich massiv. Eigentlich war ich schon im Begriff zu gehen als ich den Tipp bekam, mich doch einfach auf ein Thema zu konzentrieren. Und et voilà die Gin-Tour war geboren. Da mir die großen Ginproduzenten durchaus bekannt sind, hab ich mich nur auf kleine handwerkliche Destillen konzentriert. Das Schöne ist ja auch, dass die kleinen Produzenten, teilweise Familienunternehmen, noch ganze Geschichten zu ihren Produkten erzählen können.

Um es abzukürzen, kommen hier meine liebsten Neuentdeckungen

Es gab viele Gins, die mir gut gefallen, aber die, die ich euch hier vorstelle, haben mich dann doch mehr begeistert als die anderen. Die einzelnen Ginsorten habe ich stets pur verkostet. Entscheidend für die Auswahl war dabei die Aromenvielfalt, der Körper und auch die Trinkbarkeit. Einige Gins haben eine zu starke Schärfe und sind meines Erachtens nur im Cocktail oder klassisch als Gin Tonic trinkbar.

nginious!

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Die Schweizer Ginproduzenten haben mich tatsächlich sehr überzeugt. Insbesondere der Smoked & Salted Gin! Und diese beiden Aromen schmeckt man sehr gut raus.. es ist nicht einfach nur eine Labelung. Aber auch alle andere Kandidaten sind extrem gut trinkbar und voller Aromen.

RUBUS Gin

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Der Rubus Gin wird auch liebevoll „Mädchen-Gin“ genannt, da der Geschmack voller Himbeeren ist und tatsächlich wohl eher weibliche Gin-Liebhaber anspricht. Super nice: Die Entstehung auf der Rückseite als Gedicht aufgedruckt.

de Borgen Holland Gin

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De Borgen produziert vor allem hervorragenden Genever, der Urvater des Gins. Insbesondere der Malt Genever und der Old Style Genever haben einen fantastischen und milden Geschmack. Besonders spannend: Die Geschichte des Genevers reicht zurück bis ins 16. Jahrhundert.

Copper Head Gin

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Der Copperhead Gin kommt nicht nur stylisch im alten Apothekerfläschchen daher, sonst schmeckt auch richtig gut, da die Aromen fein herausgearbeitet sind. Angelika, Wacholder, Kardamom, Orangenschale und Koriander sind die verwendeten Extrakte.

 

Death’s Door Gin

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Dieser Gin aus den USA namens Death’s Door hat zwar 47%, ist allerdings verhältnismäßig mild und konzentriert sich auf die Zutaten Wacholderbeeren, Koriander und Fenchel.

Fazit

 

Jeder, der sich auch nur annähernd im Bereich Food & Drink aufhält, sollte diese Messe besuchen. Es ist unglaublich spannend, sich mit den ganzen Produzenten zu unterhalten.
Extrem wichtiger Tipp: Nehmt euch etwas zu Essen mit. Es gibt zwar vor Ort Stände, aber die Schlangen sind riesig und die Wartezeiten einfach zu lang.